Der Expertenrat für Klimafragen hat sein Zweijahresgutachten veröffentlicht und fordert weitere Fortschritte beim Klimaschutz in Deutschland. Trotz einiger positiver Entwicklungen, wie dem Ausbau erneuerbarer Energien, bleiben die Emissionsminderungen in den Sektoren Gebäude und Verkehr hinter den Erwartungen zurück. Dies gefährdet die Erreichung der Klimaziele für 2030.
Während die Energiewirtschaft Fortschritte erzielt hat, stagniert der Umbau in anderen Sektoren. Besonders problematisch ist der langsame Wandel in Bereichen wie Gebäude und Verkehr.
Klimapolitik breiter denken
Der Expertenrat fordert eine breitere Perspektive auf die Klimapolitik, die stärker in eine gesamtpolitische Strategie eingebunden wird. Angesichts geopolitischer und wirtschaftlicher Herausforderungen sind stärkere Koordinationsmechanismen nötig. Die Wiedereinführung eines Klimakabinetts und die Einführung eines systematischen Monitorings sollen helfen, Zielkonflikte zu identifizieren und Synergien zwischen verschiedenen Politikbereichen zu nutzen.
„Klimapolitik muss im größeren Kontext betrachtet werden“, betont Vorsitzender Prof. Dr. Hans-Martin Henning. Ein umfassender Ansatz kann helfen, die Transformation effizienter zu gestalten und dabei soziale und wirtschaftliche Ziele miteinander zu verbinden.
Finanzierung der Klimatransformation
Die erforderlichen Investitionen für die Klimatransformation sind groß. Der Expertenrat fordert, dass diese in der langfristigen Finanzplanung der Bundesregierung berücksichtigt werden. Dr. Thomas Heimer, Ratsmitglied, betont, dass diese Investitionen aber auch Chancen für Innovationen und Arbeitsplätze bieten.
Soziale Auswirkungen berücksichtigen
Besondere Aufmerksamkeit gilt den sozialen Verteilungswirkungen der Klimaschutzmaßnahmen. Vor allem einkommensschwache Haushalte sind von höheren Kosten im Bereich Gebäude und Verkehr betroffen. Der Expertenrat fordert daher zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen, um soziale Ungleichgewichte zu vermeiden. „Klimaschutz muss sozial gerecht gestaltet werden“, erklärt Dr. Brigitte Knopf, stellvertretende Vorsitzende.
Fazit
Das Gutachten verdeutlicht, dass Deutschland zwar Fortschritte erzielt hat, jedoch deutlich mehr getan werden muss, um die Klimaziele 2030 zu erreichen. Der Expertenrat empfiehlt eine breitere, integrative Klimapolitik, die notwendige Investitionen, soziale Gerechtigkeit und Innovationsförderung stärker berücksichtigt. Nur so kann die Klimawende erfolgreich und gerecht gestaltet werden.
Der komplette Bericht steht auf der Webseite des Expertenrats für Klimafragen zur Verfügung.