Aktuelle Lage der Geistes- und Kultur- wissenschaften in Deutschland
Publication date: 21. September 2026 | Report language: DE
Neue Kartierung der Geistes- und Kulturwissenschaften in Deutschland veröffentlicht
Die Geistes- und Kulturwissenschaften leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum kulturellen Erbe, zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Reflexion aktueller Transformationsprozesse. Gleichzeitig stehen sie vor tiefgreifenden Veränderungen. Im Auftrag der Volkswagenstiftung wurde die Studie „Aktuelle Lage der Geistes- und Kulturwissenschaften in Deutschland“ erstellt, die die Entwicklung der Fächergruppe anhand zentraler Strukturindikatoren analysiert und ein umfassendes Bild ihrer aktuellen Situation sowie ihrer zukünftigen Herausforderungen liefert. Diese neue Kartierung wird den Teilnehmenden der Konferenz “Geistes- und Kulturwissenschaften 2040: Neue Horizonte und Entwicklungen” am 21./22. September 2026 in Vorbereitung darauf zur Verfügung gestellt, um die Diskussionen zur Zukunft der Geistes- und Kulturwissenschaften auf fundierter Faktenbasis zu führen.
Die Ergebnisse der Studie zeigen ein differenziertes Bild: Während die Studierendenzahlen in den Geisteswissenschaften in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sind, verzeichnen einzelne Bereiche wie die Kunst-, Musik-, Theater- und Medienwissenschaften Zuwächse. Zugleich steht die Professorenschaft vor einem umfassenden Generationenwechsel, da bis 2035 etwa die Hälfte der Professuren neu besetzt werden muss.
Auch die Forschungsstärke, institutionellen Strukturen und Finanzierungsbedingungen unterscheiden sich erheblich zwischen den einzelnen Fachkollegien. Die Analyse verdeutlicht, dass pauschale Aussagen über „die“ Geistes- und Kulturwissenschaften den unterschiedlichen Entwicklungen, Profilen und Herausforderungen der Disziplinen nicht gerecht werden. Trotz sinkender Studierendenzahlen in zahlreichen Fächern und begrenzter finanzieller Spielräume zeigen viele Bereiche eine hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit und Forschungsleistung.
Die Kartierung macht die Vielfalt und Leistungsfähigkeit der Geistes- und Kulturwissenschaften sichtbar und bietet mit detaillierten Factsheets zu den einzelnen Fachkollegien eine fundierte Grundlage für die strategische Diskussion über die zukünftige Entwicklung dieser wichtigen Fächergruppe im Rahmen der genannten Konferenz und darüber hinaus.
