Evaluation des Stromspar-Checks: Wirksamkeit eines bundesweiten Instruments gegen Energiearmut und für den Klimaschutz
Publication date: 9 Juni 2026 | Report language: DE
Technopolis Deutschland hat die Evaluation des Stromspar-Check für die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH und das Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) abgeschlossen. Seit 2008 werden durch den Stromspar-Check einkommensschwache Haushalte dabei unterstützt Strom-, Wasser- und Heizkosten zu sparen. Die Beratung erfolgt dabei durch ehemals langzeitarbeitslose Menschen, die zu Stromspar-Helfer*innen geschult werden. Ein wichtiges Merkmal des Stromspar-Checks ist damit die Kombination von klima-, sozial- und arbeitsmarktpolitischen Zielen.
In der Evaluation wurden sowohl die Wirksamkeit und Effizienz des Programms untersucht als auch fundierte Empfehlungen für die Weiterentwicklung ausgearbeitet. Methodisch basiert sie auf einer Kombination aus umfassender Dokumentenanalyse, der quantitativen Analyse der Projekt- und Monitoringdatenbank sowie auf leitfadengestützten Interviews mit Projektbeteiligten und externen Expert*innen.
Die Ergebnisse zeigen: Der Stromspar-Check ist ein wirksames Instrument mit großer Reichweite. Bis 2025 wurden mehr als 460.000 Haushalte erreicht. Besonders erfolgreich sind die Vor-Ort-Beratung, der Einsatz von Soforthilfen und der Kühlschranktausch, bei dem die Haushalte finanziell unterstützt werden, ihre Altgeräte durch neue energieeffiziente Kühlschränke zu ersetzen. Beratene Haushalte sparen durchschnittlich 160 Euro pro Jahr, insgesamt wurden seit Projektbeginn rund 1,1 Millionen Tonnen CO₂ vermieden und gleichzeitig stärkt das Programm die Chancen der Stromspar-Helfer*innen auf dem ersten Arbeitsmarkt.
Für die Weiterentwicklung empfiehlt die Evaluation unter anderem eine Schärfung der Zielgruppe und den gezielten Ausbau des Programms durch Bedarfsplanung und Maßnahmen zur Rekrutierung von Haushalten und Stromspar-Helfer*innen, den strategischen Ausbau der Wärmeberatung sowie eine Stärkung von Monitoring, Datengrundlagen und Transparenz.



